17Mai

Der Frühling steht ja bekanntlich für den Neubeginn des Lebens. Als Sinnbild von Lebenskraft und Selbstbewusstsein drückt sich das im Symbol des Baumes aus. Tief verwurzelt in der Erde erhält er Kraft und Stabilität, um hoch in den Himmel zu wachsen. Es geht im Frühling auch im Yoga um Flexibilität, Bewegung und Ausdruck – neugierig und mutig, Neues entdecken.

Im Frühling hat außerdem die Leber die aktivste Zeit, und der Körper verfügt nun über die Kraft, sich von Altem befreien zu können. Loslassen und Reinigen, das sind die Frühlingsthemen. Entschlackungs-, Entgiftungs- und Reinigungskuren sind am wirkungsvollsten in dieser Jahreszeit.

Die Asana der Bogen ist der größte Fettverbrenner unter den Asanas. Er sorgt für Kraft und Flexibilität von Körper und Geist. Er öffnet uns mutig für neue Eindrücke und Ideen. Er stärkt die Verdauungsorgane und wirkt bei Verstopfung. Der Bogen hilft uns, überflüssig gewordenen Ballast loszulassen. Passenderweise aktiviert der Bogen auch noch die Leber, die für Reinigungs- und Entgiftungsprozesse aller Art zuständig ist.

Übunsanleitung für Dhanurasana – Bogen:
Ausgangslage ist die Bauchentspannungslage – Knie beugen, mit den Händen an die Füße fassen – und Füße und Kopf heben.

 

WORKSHOP – YOGA-SPECIAL “FRÜHLING”:
Zeit: Mittwoch, 18:30 – 20:30 Uhr
Termin: 30.05.2012
Ort: SLW Kindergarten, Kapuzinergasse 4, Innsbruck/A
Näheres hier

11Feb

Alles außerhalb des Körpers, was von menschlicher Hand erzeugt wird, jegliche Erscheinung in der Natur und auch der Raum zwischen allem ist von Energie erfüllt. Aus dieser Betrachtungsweise ist stets genug Energie vorhanden und alles ist in diesem Kreislauf integriert. Die Voraussetzung, sich eingebunden im Fluss zu fühlen, ist, die natürlichen Strömungen nicht zu behindern, sondern sich über bewusste Energiearbeit in Resonanz zu bringen. Jede innere Anspannung, muskuläre Anspannung oder emotionale Unausgeglichenheit lässt die inneren Ströme stocken. Nicht selten wählen wir bereits intuitiv energetisch ausgleichende Haltungen, indem wir uns zusammenziehen bei dem Bedürfnis, Energie zu sammeln. Sich auf dem Sofa oder im Bett einzurollen, ermöglicht es, sich von der Außenwelt zurückzuziehen und die emotionalen Körperseite zu schützen.

Bewusste Körperhaltungen haben ebenfalls energetische Wirkungen. Positionen, in denen die Vorderseite des Körpers gedehnt wird, wirken anregend. Alle Vorbeugen, bei denen der Körper sich zusammenzieht, beruhigen. Asanas zeigen immer wieder auf, wo der Körper seinen natürlichen Energiefluss verloren hat, wo er Widerstand zeigt, in welchen Bereichen sitzen häufige Verspannungen, werden schöpferische, kreative Qualitäten gefangen gehalten oder blockieren Emotionen bzw. werden blockiert. Sie in Fluss zu bringen, entfaltet ein immenses Energiepotenzial.

aus: “Mein Yoga-Jahr” von Christiane Wolff

14Dez

„Wie sieht die Liebe aus?“, fragte der kleine Prinz den Fuchs, der ihm zum vertrauten Freund geworden war. „Sieht sie aus wie meine Rose auf meinem Planeten?“
„Beschreibe mir deine Rose“, antwortete der Fuchs.
„Oh, sie ist wunderschön, ich liebe ihre zarten weißen Blütenblätter, die sie jeden Morgen zur Sonne ausbreitet und jeden Abend zusammenfaltet, wie Engelsflügel.“ Dem kleinen Prinzen wurde es ganz warm ums Herz, während er dem Fuchs von seiner Rose erzählte.
„Warum fragst du mich, wie die Liebe aussieht, kleiner Prinz“.
„Weißt du Fuchs, sie vertraut mir, sie weiss, dass ich sie beschütze, warum hat sie dann Dornen?“ Der kleine Prinz setzte sich neben den Fuchs ins weiche Gras. „Kannst du mir erklären, warum meine Rose Dornen hat?“
„Sie schützt damit ihr Herz und ihre Seele mein kleiner Freund“, antwortete der Fuchs.
„Sie braucht doch keine Angst vor mir zu haben, ich liebe sie ja und ich werde sie immer lieben. Sie braucht keine Angst zu haben, ich werde immer für sie sorgen.“
„Vielleicht weiss sie das nicht, und hat deshalb ihre Dornen.“
„Fuchs du bist so klug und weise. Was kann ich tun, damit sie ihre Dornen abwirft?“
Der Fuchs legte seine Pfote auf die Schulter des kleinen Prinzen. „Höre mir zu“, sagte er. „Die Liebe ist sehr verletzlich, und wenn sie sich selbst nicht mit Dornen schützt, dann geht sie zugrunde.“
„Das verstehe ich nicht“, antwortete der kleine Prinz. „Ich liebe meine kleine weiße Rose und würde sie niemals verletzen“
„Wenn alle so denken würden, dann bräuchten Rosen keine Dornen zu haben, doch leider fügen die Menschen einander im Namen der Liebe die schwersten Verletzungen zu“, antwortete der Fuchs. „Glaub mir, es ist gut, dass deine kleine Rose auch Dornen hat. Versuche nicht ihr die Dornen abzuschneiden. Sie wäre hilflos ohne sie.“
Der kleine Prinz blickte sehr nachdenklich. „Was kann ich tun, dass sie immer meine Rose bleibt?“
„Verwunde sie niemals und bewahre ihre Liebe in deinem Herzen, das ist das Beste was du tun kannst“, sagte der Fuchs. „Dann wirst du mich nicht mehr fragen müssen, wie die Liebe aussieht.“

aus: ‘Der Kleine Prinz’ von Antoine de Saint-Exupéry