Archiv-Blogposts

16Jul

2016-07-16_Das neue IchDas Sanskrit-Wort für »meditieren« bedeutet »das Selbst kultivieren«. Diese Definition gefällt mir wegen ihrer Metaphorik besonders gut – man denkt hier an einen Garten oder Ackerboden. Wer sein Feld kultiviert bzw. bestellt, nimmt die brachliegende Erde und bearbeitet sie mit einem Spaten oder einem anderen Werkzeug, bringt damit »neuen« Schmutz und Nährstoffe nach oben, wodurch die Saat leichter keimen kann und zarte Sprossen Wurzeln fassen können. Eventuell müssen auch alte Pflanzen entsorgt, unbemerkt gebliebenes Unkraut gejätet und Steine entfernt werden, die auf ganz natürliche Weise durch das Sieben an die Oberfläche gekommen sind. Die »alten Pflanzen« stehen für die Schöpfungen Ihrer Gedanken, Handlungen und Emotionen, die Ihr altes, vertrautes Ich definieren. Das Unkraut sind all die seit Langem verwurzelten Einstellungen, Überzeugungen und Sichtweisen über sich selbst, die unbewusst Ihre Bemühungen untergraben und die Sie gar nicht bemerkt haben, weil andere Dinge Sie zu sehr abgelenkt haben. Und die Steine sind das Symbol für die vielen Schichten aus persönlichen Blockaden und Einschränkungen (die auf natürliche Weise mit der Zeit hochkommen und Ihr Wachstum behindern). Um all das müssen Sie sich kümmern, um so Platz zu schaffen für einen neuen Garten des Geistes. Denn es ist nicht sinnvoll, einen neuen Garten oder ein neues Feld zu bepflanzen, ohne es vorher gut vorbereitet zu haben, sonst wird die Ernte sehr dürftig ausfallen. Ich hoffe, es ist Ihnen inzwischen klar, dass Sie keine neue Zukunft erschaffen können, solange Sie in der Vergangenheit verwurzelt sind. Sie müssen Ihren (geistigen) Garten von alten Überbleibseln befreien; erst dann können Sie ein neues Selbst kultivieren, die Saat neuer Gedanken, Verhaltensweisen und Emotionen ausbringen, durch die neues Leben entstehen kann. Das darf nicht willkürlich und zufällig erfolgen; schließlich ist hier nicht von Wildpflanzen die Rede, die sich überall breitmachen und nur zu einem geringen Teil tatsächlich Früchte tragen. Kultivierung erfordert bewusste Entscheidungen – wann muss der Boden gepflügt, wann soll dieses oder jenes gepflanzt werden, wie passen die einzelnen »Pflanzen« harmonisch zusammen, wie viel Wasser wird gebraucht und wie viel Dünger muss man beigeben etc. Erfolgsentscheidend für dieses »Projekt« sind Planung und Vorbereitung. Das heißt in unserem Fall tägliche »achtsame Zuwendung«. Wenn jemand ein bestimmtes Interesse »kultiviert«, hat er sich eingehend damit beschäftigt. Ein kultivierter Mensch ist jemand, der sich sorgfältig überlegt, was er an sich heranlässt, und der einen breiten Wissens- und Erfahrungsschatz gesammelt hat. Auch das geschieht nicht nach Lust und Laune, und nur wenig wird dem Zufall überlassen. Wer etwas kultiviert, möchte die Kontrolle darüber haben. Und genau das ist erforderlich, solange Sie einen Teil Ihres Ich verändern. Sie überlassen nichts seiner »natürlichen« Entwicklung, sondern intervenieren und unternehmen bewusste Schritte, um die Wahrscheinlichkeit eines Misserfolgs auf ein Minimum zu reduzieren. Der Zweck des Ganzen: Sie möchten eine gute Ernte einfahren. Wenn Sie in der Meditation eine neue Persönlichkeit kultivieren, besteht die reiche Ernte in einer neuen Realität. Einen neuen Geist anlegen ist wie einen Garten anlegen. Was Sie im Garten Ihres Geistes hervorbringen, ist die Ernte, so wie Sie die Früchte der Erde ernten. Kümmern Sie sich gut um diesen Garten!

Aus: „Das neue Ich“ Joe Dispenza

Letzte Posts